Wasser ist Leben
Der Schutz unseres Wassers ist eine der grossen Herausforderungen der Menschheit
Als im August 2008 die Marssonde «Phoenix» erstmals Wasser auf dem Roten Planeten nachgewiesen hat, kam dies einer Sensation gleich. Damit wurde zum ersten Mal denkbar, dass auch auf dem Mars einmal die Voraussetzungen für Leben bestanden haben. Denn nur wo Wasser ist, ist auch Leben möglich – nicht nur auf dem Mars, sondern auch bei uns auf der Erde. Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen des Menschen; und nicht umsonst zählte schon bei den alten Griechen Wasser neben Luft, Erde und Feuer zu den vier Grundelementen; viele sahen im Wasser sogar den Urstoff allen Seins.
Heute wissen wir mehr über die Chemie, die Zusammenhänge in der Natur und die Grundelemente des Lebens. Aber eines hat sich nicht verändert: Wasser ist für Mensch, Tier und Natur überlebenswichtig. Wo kein Wasser ist, ist auch kein Leben.
Ohne Nahrung kann der Mensch mehrere Wochen überstehen, ohne Wasser nur wenige Tage. Wasser ist die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen, für das Gedeihen von Tieren und für ein lebenswertes Klima: Wasser beeinflusst unser Klima entscheidend und ist Basis nahezu aller Wettererscheinungen. Dabei stand der Mensch immer im Konflikt zwischen zu viel und zu wenig Wasser: wenn Dürren die Ernte zerstörten oder Hochwasser Leben und Besitz bedrohte. Wohl daher kommt dem Wasser in den meisten Religionen der Welt eine Sonderstellung zu, besonders dort, wo die Frage des Überlebens von der Lösung der Wasserprobleme abhängt.
Auch die UNO sagt: Water is essential for life.
Millionen von Menschen auf der Welt leiden unter Wasserknappheit. Dürren verwüsten Jahr für Jahr die Ernten armer Länder, Brunnen trocknen aus und die Wege zu sauberem Trinkwasser sind in vielen Ländern noch immer weit und mühsam. Und tausende von Menschen sterben jedes Jahr an Krankheiten, die von unsauberem Wasser verbreitet werden. Zudem leidet auch die Natur unter dem Kampf um die Ressource Wasser. Viele Fliessgewässer können ihre natürliche Funktion als Lebensräume nicht mehr erfüllen, weil sie übernutzt sind. Daher müssen wir sorgsamer mit Wasser umgehen. Und wir müssen die gesundheitlichen Verhältnisse verbessern. Mit solchen Appellen hat die UNO 2005 die Dekade „Water for Life“ lanciert. Die Verbesserung der Wasserversorgung der Welt sei ein dringendes Anliegen der menschlichen Entwicklung und Würde. Die Wasserressourcen der Welt seien unsere Lebensader und die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung, sagte Kofi A. Annan, der ehemalige Generalsekretär der UNO zum Start der Wasserdekade.
Schon seit vielen Jahren wird aus diesem Grund jeweils am 22. März der Internationale Weltwassertag durchgeführt: er soll den Fokus auf die Bedeutung von Trinkwasser und einen nachhaltigen Umgang mit unseren Wasserressourcen lenken.
Elixier des Lebens bewahren
Wasser macht das Leben für Mensch und Natur überhaupt erst möglich. Doch sauberes Wasser wird zunehmend ein knappes Gut, mit fatalen Folgen für alle Lebewesen. Die schlechte Versorgung eines grossen Teils der Weltbevölkerung mit hygienischem und toxikologisch unbedenklichem Trinkwasser, sowie mit einer ausreichenden Menge Nutzwasser, stellt eine der grössten Herausforderungen der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten dar.
Naturnahe Bäche, Flüsse, Feuchtgebiete und Seen werden kanalisiert, trocken gelegt und mit Dämmen verbetoniert. Dünger, Schädlingsbekämpfungsmittel, Abwässer und Industrieunfälle verschmutzen die Süsswasserreserven der Welt. Und auch für Stromproduktion, Wasserversorgung und zur landwirtschaftlichen Bewässerung wird Wasser aus den natürlichen Kreisläufen entnommen.
In den letzten 40 Jahren wurde weltweit mehr als die Hälfte aller natürlichen Gewässer zerstört. Mit katastrophalen Folgen für den Wasserhaushalt: Hochwasser, Trockenheit, Artensterben. Die Vielfalt der Arten ging um 50 Prozent zurück.
Was können wir dagegen tun?
Wir können uns einsetzen gegen die zunehmende Verbauung von Flüssen und Seen sowie gegen die Verschmutzung von Gewässern in allen Teilen der Welt; beispielsweise durch eine Revitalisierung (Wiederbelebung) von Flüssen.
Wir können dazu beitragen, dass die letzten natürlichen Gewässer erhalten bleiben, und dass stark verschmutzte oder verbaute Gewässer wieder leben können.
Wir können Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt in Süssgewässern unterstützen. Nicht nur die Tiere, auch die Menschen profitieren so von saubereren, gesünderen Gewässern.
Wir können einen Beitrag leisten für eine umweltgerechte Landwirtschaft, welche sorgsam mit den Wasserressourcen umgeht (beispielsweise bei der Baumwollproduktion in der Dritten Welt).
Wir können zuhause Wassersparsets installieren und somit den Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent reduzieren – oder duschen statt zu baden. Und wir können unsere Gärten mit Regen- statt mit Frischwasser bewässern.
Bis im Jahr 2025 werden zwei Drittel aller Menschen mit Wasserknappheit konfrontiert sein – und dies vor allem in den armen Ländern. Entsprechend wird der Kampf um das Wasser härter und härter werden. Mit Wasserprojekten können wir schon heute etwas tun, um die drohende globale Katastrophe abzuwenden.
Wasservorkommen auf der Erde
Die Wasservorkommen der Erde belaufen sich auf circa 1,386 Milliarden Kubikkilometer, wovon aber 97,5 Prozent auf das Salzwasser der Weltmeere entfallen. Nur 48 Millionen Kubikkilometer des irdischen Wassers liegen als Süsswasser vor; davon sind jedoch nur gerade rund ein Fünftel zugänglich, denn das meiste Süsswasser ist als Eis an den Polen, Gletschern und Dauerfrostböden gebunden und kann somit nicht genutzt werden. Einen weiteren wichtigen Anteil macht das Grundwasser mit 23,4 Millionen Kubikkilometern aus. Das Wasser der Fliessgewässer und Binnenseen (190.000 km³), der Atmosphäre (13.000 km³), des Bodens (16.500 km³) und der Lebewesen (1.100 km³) ist mengenmässig vergleichsweise unbedeutend.
