Coop Verde American Express

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Sauberes Wasser für den Mekong

Den Lebensraum für Irawadi-Flussdelfine schützen

Flussdelfine gehören zu den am stärksten bedrohten Säugetierarten der Erde. Von den Irawadi-Flussdelfinen gibt es in Asien gerade mal fünf Populationen: die grösste lebt im 190 Kilometer langen Mekong-Abschnitt zwischen der laotisch-kambodschanischen Grenze und der Stadt Kratie in Kambodscha. Während der Trockenzeit ist der Lebensraum der Flussdelfine im Mekong auf wenige, tiefe Wasserstellen beschränkt. Intensive Fischerei, zunehmender Schiffsverkehr und Umweltverschmutzung gefährden seit Jahrzehnten diesen Lebensraum. Seit rund fünf Jahren sterben auch vermehrt Jungdelfine. Zusammen mit dem kambodschanischen Fischereiministerium, weiteren Nichtregierungsorganisationen und Universitäten setzt der WWF Massnahmen zum Schutz der Irawadi-Flussdelfine um. Dieses Projekt wird durch Beiträge von der Coop Verde American Express mitfinanziert.
Alle Massnahmen, die Flussdelfine zu schützen, tragen übrigens auch ganz direkt zur Entwicklung und zum Überleben der lokalen Bevölkerung bei.

Kaum entdeckt – schon vom Untergang bedroht

Der Irawadi-Flussdelfin (Orcaella brevirostris) wurde erst 1866 entdeckt. Es gibt mehrere Populationen, die geographisch voneinander isoliert leben. Und bereits sind sie vom Aussterben bedroht: Süsswasserpopulationen finden sich nur noch im Mekong in Laos und Kambodscha (70 bis 90 Tiere in einem Abschnitt von 190 Kilometer), 60 bis 70 leben noch in einem 420 Kilometer langen Bereich des Mahakam-Flusses in Ost-Kalimantan (Indonesien) und 50 bis 70 in einem Abschnitt von 370 Kilometer im Ayeyarwady-Fluss in Burma. Das Brackwasser des Chilka Lake in Indien und jenes des Songkhla Lake in Thailand ist ebenfalls der Lebensraum für wenige dieser Tiere. Relativ grosse Bestände der Irawadi-Flussdelfine (schätzungsweise 5’000 Tiere) leben in den marinen Küstengewässer von Bangladesh. Ein Leben im Salzwasser ist jedoch für die Süsswasser-Flussdelfine nicht möglich.
Der Bau von Dämmen, Fischernetze, zunehmender Schiffsverkehr und Umweltverschmutzung haben in den letzten Jahrzehnten zu einer dramatischen Reduktion der Flussdelfin-Populationen geführt. Verschiedene asiatische Flussdelfine gehören daher heute zu den am meisten gefährdeten Walarten der Welt. Ohne Massnahmen zu deren Erhaltung drohen diese charismatischen Tiere, von denen wir immer noch wenig wissen, bald auszusterben.
Alle Anstrengungen, die Flussdelfine zu retten, werden nicht nur dazu beitragen, das Überleben einer Reihe weiterer Tierarten zu sichern, sondern unterstützen auch direkt die Entwicklung und das Überleben der Menschheit, indem sie die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser verbessern, die nachhaltige Fischerei fördern und neue Erwerbsmöglichkeiten schaffen.

Die Bedrohung hat viele Ursachen

Der Lebensraum der rund 100 Kilo schweren und 1,80 bis 2,75 Meter langen Tiere wird überall intensiv vom Menschen genutzt. Fünf hauptsächliche Todesursachen gefährden den heutigen, kleinen Bestand im Mekong:

  • Eine grosse Bevölkerungsdichte entlang der Flüsse sowie Schadstoffe aus der Landwirtschaft verschmutzen den Lebensraum der Delfine. Diese starke Belastung hat vermutlich einen direkten Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit und Überlebensrate der Flussdelfine.
  • Häufig sterben Irawadi-Delfine in Fischernetzen oder beim Verwenden von Dynamit in der Fischerei. Weil die Tiere regelmässig zur Atmung an die Wasseroberfläche müssen, ersticken sie nach wenigen Minuten, wenn sie in Fischernetzen hängen bleiben.
  • Trotz Verbot werden immer häufiger Tiere für Süsswasser-Aquarien gefangen.
  • Die Tiere werden von den Schrauben der Motorboote verletzt und reagieren auch empfindlich auf den Lärm.
  • Staudämme sind unüberwindbare Hindernisse für Delfine. Durch die am Mekong geplanten Dämme würden die wenigen verbleibenden Tiere voneinander isoliert, und der Bestand hätte keine Chance sich zu erholen.

 

Das Flussdelfin-Schutzprojekt in Kambodscha

Das Mekong-Delfin-Schutzprogramm wurde vom WWF bereits 2005 gestartet. Dank der rund 40-jährigen Erfahrung mit Delfin-Schutzprogrammen weiss der WWF um die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit Regierungsstellen, anderen NGOs, Industrie, Fischern und lokalen Organisationen für einen wirkungsvollen Einsatz zugunsten der bedrohten Tiere.
Der Mekong-Flussdelfin ist ein Tier mit grosser kultureller Bedeutung für die Bevölkerung in Kambodscha. Der WWF informiert die Dörfer entlang des Mekong über die Gefährdungsursachen und baut mit der Bevölkerung ein Beobachtungsnetz auf. Zusammen mit den Behörden und den Fischern werden Schutzzonen eingerichtet, in denen das Fischen verboten ist. Diese Zonen dienen den gesamten Fischbeständen im Mekong zur Fortpflanzung und tragen dazu bei, eine zukünftige Überfischung zu verhindern.

Effiziente Massnahmen

Das mit der Verdecard mitfinanzierte Projekt umfasst eine Vielzahl von Massnahmen: neben den Schutzmassnahmen und Managementplänen für das Schutzprogramm wird ein effizientes Monitoringsystem aufgebaut und es werden Patrouillen durchgeführt.
Eine wesentliche Rolle bei der Eindämmung der illegalen Fischerei spielen zudem alternative Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, denn das Respektieren der Schutzzonen führt zu Einkommensminderungen. Neue Erwerbsmöglichkeiten sollen dies ausgleichen und langfristig zu einer nachhaltigeren Nutzung der Umweltressourcen führen.
Beispielsweise wurde so in Kampi ein sanfter Ökotourismus zur Beobachtung der Delfine mit Ruderbooten aufgebaut. Von 2001 bis 2005 sind die Besucherzahlen von 1'600 auf 5'600 angewachsen. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen werden die landwirtschaftlichen Anbaumethoden in den Dörfern verbessert, um die Schadstoffe zu reduzieren. Und so kann auch ein alternatives Einkommen zur Fischerei geschaffen werden, und die Leute sind bereit, schonendere Fischereimethoden einzusetzen.
Mit Hilfe von Umweltbildungsaktivitäten soll die Bevölkerung vor Ort sensibilisiert und zur Verhaltensänderung aufgerufen werden. Im Forschungsbereich werden Geräte zur Messung der Wasserqualität zur Verfügung gestellt, um so die dringend benötigten Umweltanalysen zu ermöglichen.

Finanzierung langfristig geregelt

Die Unterstützung durch die Coop Verde American Express in der Höhe von insgesamt rund CHF 300'000.- für die kommenden zwei bis drei Jahre ist gesichert und zwischen Coop und WWF vertraglich geregelt.
Die Unterstützung wird finanziert aus der Umsatzabgabe (0,5% des Kreditkartenumsatzes, ausgenommen Gebühren, Zinsen, Bargeldbezüge, Rückbelastungen und Ausstände) und aus den
CHF 20.-, die für jede bis zum 31.12.2012 neu ausgestellte Hauptkarte eingesetzt werden sowie aus den Superpunkten, welche von Supercard Inhabern freiwillig für dieses Projekt gespendet werden können.


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